www.konstruktion-industrie.com
25
'26
Written on Modified on
Recycling von Papiermaschinenbespannungen in der industriellen Produktion
UPM und Andritz arbeiten zusammen, um das Materialrecycling von synthetischen Papiermaschinenbespannungen zu implementieren, unterstützt von HolyPoly für die Sammlung und Polymerverarbeitung.
www.andritz.com

UPM und Andritz haben eine Kooperation zum Recycling von Altpapiermaschinenbespannungen (PMC) aus der Papierherstellung geschlossen. Das Programm führt das Materialrecycling von synthetischen Pressfilzen und Formiersieben ein und ersetzt die Verbrennung durch Polymerrückgewinnung für die industrielle Wiederverwendung.
Industrieller Kontext und Kooperationsstruktur
Die UPM-Kymmene Corporation betreibt mehrere Papierfabriken in Europa und erzeugt während routinemäßiger Wartungszyklen erhebliche Mengen gebrauchter PMC. PMC, das von Herstellern wie der ANDRITZ AG geliefert wird, besteht hauptsächlich aus technischen synthetischen Polymeren wie Polyamid (PA) und Polyethylenterephthalat (PET), die für mechanische Festigkeit, Permeabilität und chemische Beständigkeit in der kontinuierlichen Papierproduktion ausgelegt sind.
Am Ende der Lebensdauer wurden diese Materialien typischerweise zur Energierückgewinnung oder Deponierung verwendet. In ganz Europa werden jährlich etwa 7.000 Tonnen PMC entsorgt, wobei die meisten Mengen verbrannt werden.
Die Kooperation adressiert die technische und logistische Herausforderung der Rückgewinnung polymerbasierter Industrietextilien, die Mischmaterialien und Produktionsrückstände enthalten. Andritz steuert Produktdesign-Know-how und Materialwissen bei, während UPM Sammlung und Materialströme auf Mühlenebene bereitstellt. Die Recyclingvorgänge werden von der HolyPoly GmbH koordiniert, die die Sortierung, Verarbeitung und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften verwaltet.
Technischer Recyclingansatz
Gebrauchte Pressfilze (hauptsächlich PA) und Formiersiebe (PA- und PET-Verbundstoffe) werden in teilnehmenden UPM-Werken in Finnland und Deutschland gesammelt. Nach Vorsortierung und Logistikkoordination wird das Material mechanisch zu Polymergranulat verarbeitet.
Der Recyclingprozess konzentriert sich auf die Polymertrennung, Reinigung, Zerkleinerung und Regranulierung zur Herstellung von Recyclat in Spritzgussqualität. Die Einhaltung der einschlägigen europäischen Abfall- und Chemikalienverordnungen wird bei der Verarbeitung sichergestellt.
Jede Tonne PMC, die aus der Verbrennung abgezweigt wird, vermeidet ungefähr drei Tonnen CO₂-Emissionen, basierend auf der vermiedenen thermischen Entsorgung und der Substitution von neuen Polymeren auf fossiler Basis.
Bereitstellung und industrielle Anwendungsfälle
Das Programm wurde im Januar 2025 im industriellen Maßstab gestartet. Mehrere UPM-Mühlen sind in das Sammelsystem integriert, was die betriebliche Machbarkeit innerhalb bestehender Wartungs- und Abfallbehandlungsabläufe demonstriert.
Das zurückgewonnene Granulat wird derzeit in Spritzgussteilen für die Automobil- und Möbelindustrie eingesetzt, wo definierte mechanische und thermische Eigenschaften gefordert sind. Die Substitution von reinem PA und PET verringert die Nachfrage nach fossilen Rohstoffen in diesen Sektoren.
Parallel dazu arbeitet Andritz daran, die Granulatspezifikationen zu verfeinern, um die Leistungsanforderungen für die Herstellung neuer PMC-Produkte zu erfüllen. Dies beinhaltet die Verbesserung der Materialreinheit, -konsistenz und -mechanischen Eigenschaften, um ein geschlossenes Recycling in industriellen, automatisierungsgetriebenen Papierproduktionsumgebungen zu erreichen.
Strategischer und regulatorischer Kontext
Die Initiative steht im Einklang mit den erwarteten Anforderungen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) im Abfallrecht der Europäischen Union. Durch die Einrichtung von Sammel— und Materialrückgewinnungspfaden rückt Andritz das PMC-Abfallmanagement in der Abfallhierarchie nach oben - von der Energierückgewinnung bis zum Materialrecycling.
www.andritz.com
Fordern Sie weitere Informationen an…

